Liberating Structures-Programm:
FAQ

Antworten auf häufig gestellte Fragen

Was sind oder was ist „Liberating Structures“?

Die vereinfachte Antwort lautet: Liberating Structures sind über 33 gezielt strukturierte Interaktionsmethoden, die von Keith McCandless und Henri Lipmanowicz zusammengetragen und über Jahre in der Praxis erprobt und verfeinert wurden. Ziel der beiden war es, die konventionellen, hinderlichen und hemmenden Interaktionsmethoden abzulösen und durch Methoden zu ersetzen, die alle Betroffenen gleichermaßen beteiligen und die Expertise der ganzen Gruppe nutzbar machen. 

Die Methoden sind nicht alle neu, aber gezielt so strukturiert und angepasst, dass sie wiederholbar erfolgreich und rasch im beliebigen Kontext und mit beliebiger Gruppengröße funktionieren. 

Warum ein „Programm“?

Wir wollen in unserem behutsam zusammengestellten Programm das gesamte Konzept von Liberating Structures vermitteln. Denn: Liberating Structures sind nicht nur einzelne Methoden, sondern auch die Kunst, diese zu kombinieren, um größere Herausforderungen anzugehen, um etwa Konflikte in Gruppen sicher zu navigieren. Darüber hinaus ist Liberating Structures ein umfassendes Konzept, das weitere Konzepte und Denkweisen enthält. Systemisches Denken, Komplexitätstheorie, Denkprozesse entlang der Inferenzleiter offenzulegen oder generative Beziehungen zu stärken sind Beispiele dafür. 

Warum gibt es „Bausteine“?

Die einzelnen Bausteine sind in sich abgeschlossene Workshops. Wir wollen in den Bausteinen unser Wissen und unsere Praxiserfahrung gebündelt vermitteln. Dazu sind die Bausteine nach Themenfeldern oder Problemstellungen gruppiert, wie etwa „Die Beziehungsebene“. In diesem Baustein geht es beispielsweise darum, die Beziehungsebene in Gruppen zu betrachten sowie zu stärken. Aber es geht auch um Konfliktnavigation oder darum, Wünsche und Bedarfe zwischen Gruppen klar zu vermitteln. 

Außerdem respektieren die Bausteine die (Vor-)Erfahrung mit Liberating Structures und Facilitation: Das Spektrum der Bausteine deckt die Grundlagen ab, um Meetings effizienter zu gestalten, und geht bis hin zum Thema von Einfluss von Macht oder eigenen Ängsten und Glaubenssätzen als Facilitator auf Gruppen.

Gibt es eine Reihenfolge? Muss ich alle Bausteine absolvieren?

Jein! Die grundsätzliche Ideen und Konzepte von Liberating Structures vermitteln wir in den Bausteinen „Die Grundlagen“ und „Das Jonglieren“. Diese Grundlagen helfen, die Wirkweise von Liberating Structures besser zu verstehen und die Notwendigkeit von gezielt mikrostrukturierten Methoden – den einzelnen Liberating Structures – zu erkennen. Jeder Baustein ist aber in sich abgeschlossen und kann jederzeit und passend zur eigenen Herausforung, aktuellen Fragestellung und Vorerfahrung gewählt werden. 

Hier findest du eine Hilfestellung, um für dich passende Bausteine zu entdecken.

Das Programm bietet also einen vollständigen Rahmen, kann aber einfach wie eine Reihe einzelner Workshops betrachtet werden.

An wen richtet sich das Programm?

Durch das Bausteinkonzept richtet sich das Programm an Menschen, die…

  • … unter frustrierenden Meetings leiden und Möglichkeiten zur Veränderung suchen.
  • … konkrete, wiederkehrende Herausforderungen mit oder in ihrem Team oder ihrer Gruppe haben, wie beispielsweise mangelnde Beteiligung oder mangelndes Commitment, Konflikte im Team, Entscheidungen, die im Sand verlaufen, Stillstand trotz Aktionismus oder chronische Probleme. 
  • … die süße Liberating Structures-Luft geschnuppert haben und mehr von dem Konzept aufsaugen wollen.
  • … bereits viel Facilitation-Erfahrung haben und ihren Methodenkasten (in Selbstreflexion) erweitern wollen.

Wie sieht das Lernkonzept aus?

Du wirst die Methoden selbst an konkreten Beispielen erleben, reflektieren, nachbesprechen und in deinen Kontext transferieren können. Das ergänzen wir mit regelmäßigen theoretischen Impulsen und Fragestellungen, bei denen die Expertise der ganzen Gruppe genutzt wird.

Wodurch unterscheidet sich das Programm von anderen Workshops?

Wir haben selbst einige Workshopkonzepte ausprobiert (und natürlich selbst erlebt) und kommen immer wieder zu der Erkenntnis, dass ein Workshop zwar inspiriert und Neugier und Lust macht, aber das Gelernte viel zu oft und zu bald vom Alltagstrott verschüttet wird. So werden aus unserer Sicht die Erkenntnisse zu selten in der Praxis eingesetzt. 

Wir wissen, wie reichhaltig Liberating Structures sind und wollen unser Wissen in zielgerichteten und vor allem verdaubaren Häppchen vermitteln. Zudem bieten wir ein Begleitprogramm an, das es dir erlaubt, regelmäßig Fragen zu stellen, mit uns und anderen zu lernen, und das dich auf deiner Reise mit Liberating Structures begleitet.

Am Begleitprogramm kannst du kostenlos teilnehmen, sobald du den ersten Workshop bei uns absolviert hast.

Natürlich bieten wir auf Anfrage auch intensivere Einzelbetreuung und Begleitung an.

Welche Liberating Structures werden in den Bausteinen vermittelt?

Verteilt auf die acht Bausteine kannst du alle der ursprünglichen 33 Liberating Structures mit uns erleben. Zusätzlich verwenden wir eine Reihe weiterer sogenannter Liberating Structures in Development, sodass wir insgesamt ungefähr 40 Liberating Structures verteilt auf das gesamte Programm transportieren. Eine ganze Reihe von Liberating Structures kommen in mehreren Bausteinen vor.