Open Space Technology

Auf Deutsch etwa: Offenes Raumkonzept

Schaffe Raum und fördere Führung für alle wichtigen Themen der Gruppe, um …

Open Space Technology. Kategorie Offenlegen

innewohnenden Tatendrang zu entfesseln,
hartnäckige Probleme oder Konflikte selbst organisiert anzugehen,
Verantwortlichkeit, Energie und Hingabe zu stimulieren.

Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.

Jean-Jaques Rousseau, Philosoph

Was wird ermöglicht?

Wenn Menschen sich einer gemeinsamen, komplexen Herausforderung stellen, kannst du ihre natürliche Kreativität, ihr Führungspotenzial und ihre Fähigkeit zur Selbstorganisation freisetzen. Mit Open Space ermöglichst du es, alle in die Gestaltung der Agenda und die Bearbeitung der Themen einzubeziehen, die ihnen wichtig sind. Da die Teilnehmer die Agenda gemeinsam erstellt haben und ihrer Leidenschaft folgen können, übernehmen sie schnell Verantwortung, um Probleme zu lösen und ins Handeln zu kommen. Indem du die zentrale Kontrolle (wie Agenda und Aufgabenverteilung) loslässt und sie in die Hände aller Teilnehmer legst, förderst du Engagement, Handeln, Innovation und Durchhaltevermögen. Open Space kannst du sogar mit Gruppen von bis zu mehreren tausend Menschen anwenden!

Die Designelemente

1.  Einladung

  • Lade die Leute ein, gemeinsam ein komplexes Problem zu adressieren.
  • Lade die Teilnehmer ein, die Agenda mitzugestalten, indem sie Sessions zu Themen anbieten, die ihnen am Herzen liegen.
  • Lade die Teilnehmer ein, an jeder Session teilzunehmen, die sie interessiert.

2. Raum und Materialien

WichtigNützlichOptional
Genügend Platz bzw. separate Räume für die Gruppen
✏️ Stifte und 🗒️ Papier/ Post-its für die Teilnehmer, um Beobachtungen und Erkenntnisse festhalten zu könnenTische und Stühle
Eine große leere Agenda auf Flip Charts oder auf Packpapier an der Wand oder auf Whiteboards🎤 Mikrofon für Gruppen, die größer als 40 Personen sind
Online Breakouträume, Whiteboard
(siehe unsere allgemeinen Tipps für virtuelle Durchführung)

Nimm genügend Slots auf die Agenda, um gleichzeitige Sessions aufnehmen zu können, besonders in Hinblick auf die Anzahl der Teilnehmer. Als Daumenregel gilt, das 3 von 10 Teilnehmern eine Session anbieten werden. Das heißt, dass von 50 Teilnehmern 15 Sessions angeboten werden.

3. Einbindung der Teilnehmenden

  • Alle, die sich für ein Thema interessieren und die Einladung annehmen, werden einbezogen.
  • Alle haben dieselben Möglichkeiten, etwas beizutragen.
  • Das „Gesetz der zwei Füße“ bestimmt über die Teilnahme in den verschiedenen Sessions. Es lautet „Geh und nimm an jeder Session teil, die dich interessiert. Aber wenn du dich in einer Session findest, in der du nichts lernst oder nichts beitragen kannst, benutze deine zwei Füße!“.
  • Die 4 Prinzipien (oder Beobachtungen, wie sich die Welt zeigt) sollten bekannt sein:
  1. „Wer auch immer kommt, es sind die richtigen Leute“ – einer oder 25 ist egal, jeder ist wichtig und motiviert.
  2. „Was auch immer geschieht, es ist das Einzige, was geschehen konnte“ – Ungeplantes und Unerwartetes ist oft kreativ und nützlich.
  3. „Es beginnt, wenn die Zeit reif ist“ – wichtig ist die Energie (nicht die Pünktlichkeit).
  4. „Vorbei ist vorbei – nicht vorbei ist nicht-vorbei“ – wenn die Energie zu Ende ist, ist die Zeit um.

4. Konfiguration der Gruppe

  • Beginne in einem großen Kreis (oder in so vielen konzentrischen Kreisen wie nötig).
  • Mache mit Gruppen verschiedener Größe weiter, die sich selbstorganisiert rund um die Themen auf der Agenda bilden.

5. Ablauf und Dauer

Kurzform 90 MinutenLangform bis zu 3 Tagen
1. Facilitator stellt das Konzept und das Vorgehen eines Open Space vor. Dies schließt die Erklärung des „Gesetzes der zwei Füße“ und seiner vier Prinzipien ein.20-45 Minuten
2. Der „Marktplatz“ wird eröffnet. Die Teilnehmer schlagen Themen sowie eine Zeit und einen Ort als Treffpunkt vor.15 Minuten20-30 Minuten
3. Der Themenhost leitet (facilitiert) die Session. Die Gruppe erarbeitet Vorschläge und Handlungsmöglichkeiten. Dazu werden Notizen gemacht und für alle bereitgestellt.Zwei Runden á 30 Minuten Sessions. Oder eine Session von 60 MinutenMehrere Sessions mit einer Dauer von 60 – 90 Minuten
4. Debrief, kurze Vorstellung der Ergebnisse, Abschluss10 Minuten60 Minuten jeden Tag

Warum? Sinn und Zweck

  • Bringe die Teilnehmer ins Handeln und baue Energie, Einsatz und gemeinsame Führung auf.
  • Schwer zu lösende Probleme oder Konflikte werden durch die Kraft der Selbstorganisation adressiert.
  • Gehe sicher, dass ALLE den Teilnehmern wichtigen Punkte auf den Tisch kommen, in die Agenda aufgenommen und adressiert werden.
  • Ermögliche den Teilnehmern die Verantwortung für die Themen zu übernehmen die ihnen wichtig sind und für das was passiert, oder was nicht passiert.

Tipps und Stolperfallen

  • Zum Einstieg kann Open Space Technology: Ein Leitfaden für die Praxis, geschrieben von Harrison Owen dem Gründer des Open Space, gelesen werden. Alles was gebraucht wird, um einen Open Space zum ersten mal auszuprobieren, ist enthalten und sehr klar beschrieben.
  • Eine überzeugende Herausforderung und eine ansprechende Einladung sind sehr wichtige Elemente.
  • Fasse das komplette Vorgehen in einem einzigen Dokument zusammen, vervollständige und teile dies sofort während des Meetings.
  • Der Facilitator sollte das „Gesetz der zwei Füße“, die vier Prinzipien und das Vorgehen im Open Space in einer ernsthaft unterhaltenden Art und Weise vorstellen.
  • Nimm als Facilitator wahr, wenn du dir eine Meinung bildest (was richtig oder falsch ist) oder eine Idee hast, wie Du helfen kannst. Dann lass dies los und tue dadurch eine Sache weniger!
  • Ein Meeting ohne das „Gesetz der zwei Füße“, also eines, in dem die Agenda von den Teilnehmern erstellt wird, sie aber nicht frei wählen können, zu welcher Session sie gehen, ist KEIN Open Space.

Variationen

  • Eröffne den Marktplatz ein weiteres Mal jeden Morgen (dadurch können größere Zusammenarbeiten entstehen).
  • Baue einen String mit Celebrity Interview, Appreciative Interviews (AI), und/oder TRIZ, bevor du den Open Space startest und führe ein 25/10 Crowd Sourcing nach dem Abschluss durch.
  • Andere Formen des Open Space werden „Unkonferenz“ und „BarCamps“ genannt.

Beispiele

  • Für alle Arten von Management Meetings
  • Alison Joslyn begann eine Transformation ihres Unternehmens, in dem sie alle Angestellten zu einem dreitägigen Open Space Meeting einlud.
  • Chris McCarthy benutzt Open Space, um die Richtung für die Zusammenarbeit zwischen den kreativen Mitgliedern des „Innovation Learning Network“ zu bestimmen.
  • Direkt nach einem Firmenzusammenschluss, um alle Angestellten beider Firmen zusammen zu bringen, die nächsten Schritte zu gestalten und gemeinsam ins Handeln zu kommen.
  • Um Prototypen aus der IT Innovation bekannt zu machen, und Zusammenarbeit zwischen weit verteilten Interessenten ins Rollen zu bringen.

Zuschreibung

Erfunden von Harrison Owen (siehe Open Space Technology: A User’s Guide). Die Kurzform, die in das Liberating Structures Format passt, wurde von Henri Lipmanowicz and Keith McCandless entwickelt.


Erlebe diese LS hier

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