Spiral Journal

Vertiefe Erkenntnisse und entdecke offene Punkte in Selbstreflexion, um …

… Entscheidungsfindungen, Herausforderungen gezielt zu beleuchten,
… gedankliche Blockaden zu durchbrechen,
… in Ruhe zu reflektieren.

10–20 Minuten

Beschreibung

In längeren Workshops, gerade auch mit größeren Gruppen, gehört eine gewisse Choreographie dazu. Prominentestes Beispiel sind Übungen mit Bewegung direkt nach dem Mittagessen, um dem Suppenkoma zu entkommen. Die Liberating Structure Mad Tea ist ein gutes Beispiel dafür.

Was aber machen wir mit all der gewonnenen Energie, wenn wir doch anschließend konzentriert an unserer Fragestellung weiterarbeiten wollen? Richtig, wir versuchen die Energie auf das nächste Thema zu fokussieren, also zu bündeln. Dazu müssen wir als Gruppe einen Moment des Stillstands zulassen und gleichzeitig durch gezielte Fragestellungen auf das nächste (Teil-)Thema hinführen. Genau für diesen Zweck ist Spiral Journal entwickelt worden.

Spiral Journal zählt nicht zum Kanon der 33 „offiziellen“ Liberating Structures und das hat diesmal einen besonderen Grund: es ist nämlich keine echte Liberating Structure, sondern eine Punctuation. Puh, diese Wortklauberei! Und was ist eigentlich eine Punctuation? Dazu mehr in unserem Blogbeitrag.

Ablauf

  1. Die Teilnehmys versorgen sich mit einem Blatt Papier (am besten DIN A4) und einem Stift.
  2. Wenn wieder Ruhe eingekehrt ist, faltet jedes Teilnehmy sein Blatt zweimal. Einmal längs, einmal quer, so dass nach dem Auseinanderfalten das Blatt aus vier Quadranten besteht.
  3. Dann beginnen alle mit der Stiftspitze in der Mitte des Blattes und zeichnen für 2 Minuten in Stille eine Spirale, so langsam und so eng wie möglich, ohne den Stift abzusetzen.
  4. Jetzt stellt das Facilitaty nacheinander 4 Fragen, die jeweils in einem der Quadranten schriftlich beantwortet werden (1-4 Minuten je Frage)
    Tipp: Statt echter Fragen können wie beim Mad Tea auch angefangene Sätze verwendet werden, die vervollständigt werden müssen.
  5. Optional: Jedes Teilnehmy liest sich seine Antworten alle noch einmal durch und markiert besonders Bemerkenswertes.
  6. Optional: Anschließend tauscht man sich mit einem Partny für 4 Minuten über die bemerkenswertesten Erkenntnisse aus.

Ob man Schritt 5 und 6 durchführen möchte, hängt vom Verwendungszweck ab: Möchte ich stille Reflexion erreichen, führe ich nur Schritte 1-4 durch, möchte ich meine Gedanken fokussieren und schärfen, ist ein Austausch eine gute Vorbereitung für die nächsten Schritte.

Zwei Teilnehmys tauschen sich über ihre wichtigsten Erkenntnisse aus ihrem Spiral Journal aus

Was wird ermöglicht?

  • Durch das Zeichnen der Spirale setzt ein geradezu kontemplativer Effekt ein, der den Kopf frei macht für die kommenden Aufgaben
  • Jede/r hat die Möglichkeit zur Reflexion und hat die Chance, die Antworten durchdacht und still zu formulieren
  • Man kann als Gruppe sehr schnell viele Antworten sammeln
  • Das Facilitaty kann die gesamte Gruppe durch geschickt formulierte Fragestellungen auf das nächste Thema einstimmen
Spiral Journal in Aktion: Spiralenzeichnen im Spiralbuch

Maestry-Tipp 1: Privates schützen

Teile der Gruppe VORHER mit, ob die Antworten geteilt werden oder nur der eigenen Reflexion dienen!

Maestry-Tipp 2: Gezielte Fragen

Statt beliebige Fragen zu formulieren, lasse die Fragen aufeinander aufbauen. Ein bewährtes Schema ist beispielsweise Zustimmung, Verzweiflung, Aktion, Hoffnung. Mögliche Sätze hierzu wären beispielsweise

  • Unser gemeinsames Ziel ist,…
  • Probleme, die ich hierbei auf uns zukommen sehe, sind…
  • Meine nächsten Schritte in Richtung auf das Ziel sind…
  • Wenn wir Erfolg haben, passiert…

Oder abstrakter formuliert:

  • Ich weiß, dass…
  • Ich befürchte…
  • Ich werde…
  • Dadurch wird…