Liberating Structure in Development
Auf deutsch etwa: mit Feen sprechen
Identifiziere und durchbreche Glaubenssätze und Annahmen, die dein Handeln einschränken, um…

… Entscheidungsfindungen, Herausforderungen gezielt zu beleuchten,
… gedankliche Blockaden zu durchbrechen,
… wilden Spaß zu entfachen.
Kategorien
helfen, offenlegen
Online
gut möglich
Ideale TN-Anzahl
3-99+ / Solo
Typische Dauer
30 Minuten
Potenzial ist kein Endpunkt, sondern eine Fähigkeit zu wachsen und zu lernen.
Eilleen Kennedy-Moore, Psychologin und Autorin zu den Themen kindliche Entwicklung, Erziehung und zwischenmenschliche Beziehungen
Beschreibung

Bei Talking with Pixies geht es darum, anziehende und gleichzeitig schwer erreichbare Ziele zu verwirklich. Dazu lauschen die Teilnehmenden – die Heldinnen und Helden ihrer Geschichte – dem Dialog zweier Pixies: der wegbereitenden Fee und der beschützenden Fee. Die Feen unterhalten sich liebevoll provozierend über die Risiken und Potenziale, falls das Heldy das Ziel verfolgt oder gar erreicht. Die Feen schieben harmlos und verspielt ein trojanisches Pferd gefüllt mit neuen Einsichten hinter die Mauern des kritischen Verstandes der Teilnehmys. Und auf einmal stehen sie mit ungeahnter Klarheit vor einer Reihe von neuen Handlungsoptionen.
Ein Beispiel dazu findest du in unserem Blogartikel Helping Heuristics neu betrachtet, in dem wir mit Talking with Pixies die LS Helping Heuristics neu betrachten.
Ablauf
- Lade die Teilnehmenden dazu ein, an ein für sie wertvolles Ziel zu denken, das aber schwer erreichbar für sie ist. Dabei kann es sich um ein berufliches, persönliches oder gruppenbezogenes Ziel handeln. Erkläre den Teilnehmenden, dass sie sich bzgl. dieses Ziels als Heldy in ein Gespräch mit imaginären Wesen – den Feen – begeben werden. Die eine Fee ist eine wegbereitende Fee, die Ideen fördert und gut zuredet, die andere ist eine beschützende Fee, die auf dich aufpassen möchte. Lade die Teilnehmenden dazu ein, sich offen auf das Spiel einzulassen. (2 Minuten)
- Die Teilnehmenden finden sich in 3er-Gruppen zusammen und spielen drei Runden. Jede(r) ist einmal Heldy und zweimal Fee.
- Das Heldy teilt sein Ziel und seine Bedenken. Was möchtest du erreichen? Welche Bedenken hast du? Was würde passieren, wenn du dein Ziel verfolgst? Was, wenn nicht? Was würden andere dazu sagen? (2-4 Minuten)
- Nun kommt das Feengeflüster: Die eine, wegbereitende Fee sitzt oder steht auf der einen Seite vom Heldy und sagt Dinge wie: „Was durch das Erreichen deines Ziels alles möglich wäre! Deine Sorgen sind unbegründet und du brauchst sie nicht mehr! Dein Vorhaben ist toll und anziehend, dadurch wirst du wachsen und so viel möglich machen!“ Die andere, beschützende Fee sitzt oder steht auf der anderen Seite vom Heldy und teilt ihre Bedenken: „Was auf dem Weg passieren könnte! Du musst vorsichtig sein und darfst niemandem auf die Füße treten! Pass bloß auf dich auf! Bleib lieber in der Sicherheit deiner Komfortzone! Risiken sind riskant!“ Die Pixies antworten intuitiv und spielerisch und sind dabei liebevoll provozierend. Die Antworten müssen nicht logisch oder realistisch sein, sondern sie können gerne übertrieben und extrem sein. Sie sollen neue Perspektiven eröffnen. (5 Minuten)
- Das Heldy teilt seine Erkenntnisse. Welche neuen Einsichten oder überraschenden Perspektiven haben sich ergeben? Wie verändert sich sein Blick auf das Thema? Welche Risiken oder Potenziale wurden sichtbar? (2 Minuten)
Was wird ermöglicht?
Die Struktur hilft dabei, Gedanken und Bedenken auf neue Weise zu formulieren, was oft den Zugang zu tieferen, unbewussten Ideen oder Gefühlen erleichtert. Die Pixies sind dabei Stellvertreter für unbenannte Ängste oder ungeahnte Chancen, sodass durch das Gespräch unentdeckte Risiken oder Potenziale ans Licht kommen. Die Leichtigkeit und Verspieltheit der Struktur nehmen den Druck heraus, sodass freier über schwierige Themen gesprochen werden kann.
Varianten
Solo-Variante
Diese Liberating Structure kannst du wie folgt auch alleine durchführen. Weitere Informationen dazu findest du in unserem Blogartikel.
1. Denke an ein für dich wertvolles Ziel, das aber schwer erreichbar für dich ist. Dabei kann es sich um ein berufliches, persönliches oder gruppenbezogenes Ziel handeln. Stelle dir zwei imaginäre Wesen – die Pixies – vor, die sich über dein Ziel unterhalten. Das eine Pixie ist eine wegbereitende Fee, die Ideen fördert und gut zuredet, das andere ist eine beschützende Fee, die vorsichtiger ist und auf dich aufpassen möchte.
2. Teile deine Ziele und Bedenken mit den imaginären Pixies. Was möchtest du erreichen? Welche Bedenken hast du? Was würde passieren, wenn du dein Ziel verfolgst? Was, wenn nicht? Was würden andere dazu sagen?
3. Nun kommt das Feengeflüster: Stelle dir vor, was die beiden Feen wie oben in Punkt 4 beschrieben zu sagen haben.
4. Frage dich: Welche neuen Einsichten oder überraschenden Perspektiven haben sich ergeben? Wie verändert sich dein Blick auf das Thema? Welche Risiken oder Potenziale wurden sichtbar?
Interview statt Monolog
Lasse in Schritt 3 das Heldy sein Ziel teilen („Was möchtest du erreichen?“) und lade dann die Feen dazu ein, das Heldy zu interviewen:
- Warum ist das wichtig für dich? Wie werden andere um dich herum davon profitieren? Welche Bedenken hast du?
- Was hast du bisher getan, um das Ziel zu erreichen? Was hast du bisher getan, um es zu sabotieren? Gib konkrete Beispiele, keine abstrakten Konzepte.
- Denke an eine Handlung, die das Ziel untergräbt. Warum hast du dich zu den Handlungen hingezogen gefühlt? Warum noch?
- Was würde passieren, wenn du die Handlungen einstellst, die dein Ziel voranbringen? Was würden andere dazu sagen? Was würde mit ihnen passieren?
- Was würde passieren, wenn du die Handlungen einstellst, die dein Ziel sabotieren? Was würden andere dazu sagen? Was würde mit ihnen passieren?
Maestry-Tipp: Unterhaltung der Feen untereinander
Wenn man die Struktur so durchführt wie hier beschreiben, flüstern die Feen in die Ohren des Heldys. Eine weitere charmante Variante ist es, wenn sich die Feen miteinander unterhalten und das Heldy nur zuhört, aber nicht selbst angesprochen wird. Das ist dann mehr so im Stil des Troika Consulting. Es kann einen Tick unpersönlicher rüberkommen, da das Heldy nicht in der zweiten Person Singular angesprochen wird. Nach unserer Erfahrung wird die Unterhaltung aber lebendiger, da die Feen direkt auf das zuletzt Gesagte eingehen können und damit die Unterhaltung lebendiger und spaßiger wird.
Wenn ihr euch nicht entscheiden könnt, welche Variante für euch besser ist, welchselt doch einfach nach der ersten oder der zweiten Runde den Modus, dann haben die Teilnehmenden beide Erfahrungen einmal gemacht.
Zuschreibung
Keith McCandless
Erlebe diese LS hier
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